Schule trifft Praxis: Lehrkräfte und Maturant:innen lernen gemeinsam von Branchenexperten den Umgang mit dem Elektronischen Datenmanagement 

An der HLUW Yspertal stehen zukunftsorientierte Inhalte mit Blick auf berufliche Qualifikationen der Absolvent:innen und der unmittelbare Kontakt zur Wirtschaft im Fokus der Ausbildung.
Da Absolvent:innen der HLUW Yspertal aufgrund ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsökonomie mit Schwerpunkt auf Abfallwirtschaft ein absolutes Alleinstellungsmerkmal unter den Maturant:innen von berufsbildenden Schulen in Österreich einnehmen, wurde am 18. Mai 2026 ein Workshop zu dem Thema „Elektronisches Datenmanagement (EDM) in der Abfallwirtschaft“ veranstaltet. 
Zwei Profis aus der Abfallwirtschaft, Bernhard GAMERITH, Geschäftsführer und Technologiechef der Compost Systems GmbH, sowie Thomas HENGSTBERGER, ZAReg Experte und Spezialist für die Erstellung von Abfallbilanzen von der Firma Stark GmbH, gaben ihr Fachwissen an Lehrer:innen und Maturant:innen der HLUW Yspertal weiter. 
Eine Abfallbilanz bildet im Prinzip Stoffströme von Abfällen von der Übernahme über die Weiterbehandlung bis hin zur Übergabe bei Sammlern und Behandlern ab. Das heißt, es kann eindeutig nachvollzogen werden, welche Abfälle in den Betrieb kommen, was innerhalb des Betriebes mit den Abfällen passiert und wohin sie weitergegeben werden. Damit diese Stoffströme österreichweit und darüber hinaus erfasst werden können, müssen Abfallbilanzen mit Hilfe von spezieller Software z.B. mittels eADok erstellt und über EDM hochgeladen werden. Dieser Vorgang ist für Sammler und Behandler von Abfällen gesetzlich verpflichtend vorgeschrieben und die Betriebe suchen nach fachkundigem Personal, welches sie zukünftig in den Reihen der Absolvent:innen der HLUW Yspertal finden können. 
Die Vortragenden informierten über rechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit der Sammlung und Behandlung von Abfällen, brachten Licht in den Dschungel der zahlreichen Abkürzungen und Fachbegriffe, erzählten von ihren Erfahrungen aus der Praxis. Sie zeigten aber auch die Notwendigkeit auf, dass Abfallströme nachvollziehbar verfolgt werden können, nicht nur um ausreichend Datenmaterial für statistische Auswertungen zu haben, sondern auch deshalb, um „Schwarze Schafe“ in der Abfallwirtschaft entlarven zu  können. 
Der Workshop wurde erst durch das Engagement von Mitarbeiter:innen aus dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft möglich, da von der Behörde erstmals ein EDM-Testzugang für schulische Zwecke erstellt wurde. Die Teilnehmer:innen am Workshop konnten somit in einer Testumgebung erste Erfahrungen im Zentralen Anlageregister (ZAReg) sammeln, eigene Anlage abbilden und eine einfache Abfallbilanz hochladen. In Zukunft werden diese Inhalte in den 3. Klassen der HLUW Yspertal unterrichtet werden. Ein Beweis dafür, dass Schulen doch auf die Bedürfnisse aus der Wirtschaft schnell reagieren können. 
Abfallmanagement, zukünftig erweitert um das elektronische Datenmanagement, ist zentraler Bestandteil einer ganzen Reihe von Zusatzausbildungen an der HLUW Yspertal. Damit erlangen Absolvent:innen die Berufsanerkennung zur verantwortlichen Person für nicht gefährliche Abfälle nach § 26 (6) AWG (2002) durch das Land Niederösterreich. 


Auf dem Bild: Bernhard Gamertih, Thomas Hengstberger mit Direktor Gerhard Hackl und Lehrer:innen sowie Maturant:innen der HLUW Yspertal. 

edm


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